IT kann Emissionen senken und verbraucht selbst Energie. Welche Maßnahmen wirklich helfen, wie Sie die Wirkung messen und wo der Beleg fehlt.
IT kann Emissionen senken, weil sie Wege, Papier und Energie spart. IT verbraucht aber selbst Strom, Kühlung und Material für Hardware. Beides ist wahr, und beides gehört in dieselbe Rechnung. Wer Nachhaltigkeit in der IT ernst nimmt, misst zuerst und behauptet danach.
Das ist der rote Faden dieses Beitrags. Wir zeigen, was die IT selbst verbraucht, wo sie Einsparungen ermöglicht, und wie Sie jede Maßnahme mit einer Kennzahl und einem Beleg unterlegen. Ohne diesen Beleg ist jede Prozentzahl im Bericht eine Schätzung.
Was die IT selbst verbraucht
Rechenzentren und kleinere IT-Installationen verbrauchten laut Bitkom-Studie im Jahr 2025 rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom. Ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch in Deutschland lag 2024 bei 0,69 Prozent.
Die Treibhausgasemissionen aus diesem Stromverbrauch lagen 2024 bei rund 6,5 Millionen Tonnen CO2 und damit etwa auf dem Niveau von 2012. Der Verbrauch stieg also, die Effizienz nahm deutlich zu. Für 2030 prognostiziert die Studie rund 5.040 Megawatt Anschlussleistung, davon 40 Prozent für KI und High-Performance-Computing.
Für ein einzelnes Unternehmen ist dieser Wert nur indirekt relevant. Er zeigt aber, was bei Aussagen zu beachten ist: Wer die Cloud nutzt, verlagert den Verbrauch in ein Rechenzentrum. Das ist sinnvoll, wenn die eigene Hardware alt wäre. Es bringt wenig, wenn die alte Hardware daneben weiterläuft.
Wo IT Emissionen einspart
Die größten Hebel liegen meist nicht in der Rechenzentrumstechnik, sondern in den Abläufen. Digitale Antragswege ersetzen Papier und Fahrten, zentrale Systeme ersetzen Einzellösungen, automatische Terminplanung ersetzt Abstimmung per Mail.
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Papiereinsparung – digitale Belege, Rechnungen und Formulare sparen Druck, Toner und Transport.
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Wege einsparen – Homeoffice, Videokonferenzen und mobile Terminplanung reduzieren Fahrten.
- 3
Datenmenge senken – Aufräumen von Postfächern und Dateien senkt Speicher- und Backup-Bedarf.
- 4
Geräte länger nutzen – Wartung statt Austausch vermeidet die frühe Herstellung neuer Hardware.
- 5
Aussonderung datenschutzkonform – geprüfte Löschprotokolle statt bloßem Weiterverkauf.
Laut Bitkom Research sehen 90 Prozent der befragten Unternehmen in digitalen Technologien eine Chance für mehr Nachhaltigkeit. 57 Prozent sagen, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit 2025 an Bedeutung gewonnen haben. 41 Prozent kompensieren ihre CO2-Emissionen, 23 Prozent planen das.
Maßnahmen, Wirkung und Beleg
Die folgende Übersicht ordnet typische Maßnahmen der Wirkung und dem Nachweis zu. Sie ersetzt keine individuelle Analyse, zeigt aber die Struktur für einen belastbaren Bericht.
| Maßnahme. | Wirkung. | Messgröße. | Beleg. |
|---|---|---|---|
| Laufzeit der Hardware verlängern. | Verzögert Neukauf und Abfall. | Durchschnittliche Nutzungsdauer je Gerät. | Inventarliste mit Kauf- und Ausbaudatum. |
| Server konsolidieren. | Senkt Leistung und Speicherbedarf. | Stromverbrauch je Server. | Zählerwerte vor und nach der Umstellung. |
| Cloud statt eigener Hardware. | Verlagert den Verbrauch. | Verbrauch je Nutzer oder Buchung. | Anbieterangaben zur Energiequelle. |
| Prozesse digitalisieren. | Reduziert Papier und Wege. | Seiten je Vorgang, Wege je Prozess. | Nachweis über das genutzte System. |
| Erneute Nutzung von Geräten. | Verlängert die Lebensdauer. | Anteil wiederverwendeter Geräte. | Ankaufsnachweise und Prüfprotokolle. |
Was Sie ohne Beleg nicht behaupten sollten
Aussagen wie „unsere Cloud spart 30 Prozent CO2“ wirken plausibel, sind aber ohne offengelegte Berechnung nicht belastbar. Belastbar sind Werte, die Sie selbst gemessen haben oder die ein Anbieter mit nachvollziehbarer Methodik liefert. Kompensation von Emissionen ist keine Vermeidung und sollte getrennt ausgewiesen werden.
Gerade bei künstlicher Intelligenz ist Vorsicht angebracht. Nach Bitkom Research erwarten 67 Prozent der Unternehmen von KI einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen. 83 Prozent sehen zugleich den hohen Energieverbrauch beim Training großer Modelle als Problem. Beide Sichtweisen gehören in dieselbe Bewertung.
Ein realistischer Einstieg beginnt mit der Bestandsaufnahme: Wie viele Server, Arbeitsplätze und Cloud-Konten gibt es, wie alt sind sie, wie werden sie genutzt? Aus diesen Zahlen lässt sich ableiten, welche Maßnahme zuerst greift und welchen Beleg Sie dafür führen.
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